Österreichische Übersetzungen aus dem Französischen (18. und 19. Jh.)
Übersetzungen spielen selbstverständlich eine wichtige Rolle für die Zirkulation literarischer Werke und somit für die Kenntnis „fremder“ Literaturen. In den Beziehungen zwischen Österreich und Frankreich überwiegen dabei klar die Übersetzungen französischer Literatur in Österreich gegenüber jenen österreichischer Literatur in Frankreich. Dieses asymmetrische Verhältnis spiegelt die Dominanz der französischen Sprache und Literatur bis etwa zur Mitte des 20. Jahrhunderts ebenso wider wie die Problematik der Definition von „österreichischer“ Literatur, die die Identifikation und Rezeption spezifisch österreichischer Autoren und Werke in Frankreich beeinträchtigt. Dementsprechend werden in dieser Enzyklopädie die Übersetzungen in die jeweils andere Sprache in getrennten / eigenständigen Übersichtsartikeln behandelt. Um der Masse der Übersetzungen französischer Literatur ins Deutsche durch Österreicher:innen beziehungsweise in Österreich tätige Übersetzer:innen gerecht zu werden, wird diese Tätigkeit chronologisch in zwei Teilen behandelt: 18. und langes 19. Jahrhundert (Teil 1), 1918–Gegenwart (Teil 2).
Die Zeit bis 1880
Für das 18. Jahrhundert lassen sich keine fundierten Aussagen über die Übersetzungstätigkeit in Österreich treffen, da für diese Zeit verlässliche bibliographische Anhaltspunkte fehlen. Fest steht jedoch, dass die im Zeichen der Aufklärung stehende Literatur vornehmlich in Berlin und Leipzig verlegt und in Österreich sehr wenig übersetzt wurde. Das österreichische Verlagswesen war im Vergleich mit den deutschen Staaten infolge restriktiver gewerblicher Lizensierung unterentwickelt. Nicht nur deutschsprachige Werke, sondern auch Übersetzungen wurden in Österreich mit Billigung oder sogar Unterstützung durch die Regierung systematisch nachgedruckt, wobei sich Johann Thomas Trattner besonders hervortat. Ein weiterer hemmender Faktor war die vergleichsweise strenge Zensur, die Übersetzungsprojekte unter Umständen verhinderte und österreichischen Büchern einen schlechten Ruf verlieh.
Einzelne Ausnahmen finden sich im josephinischen Jahrzehnt. So übersetzte der von der französischen Aufklärung beeinflusste Illuminat Johann Pezzl (1756–1823) 1783 Pierre Sonnerats Reise nach Ostindien und China, auf Befehl des Königs unternommen vom Jahr 1774 bis 1781, und im selben Jahr Pierre Poivres Reisen eines Philosophen oder Bemerkungen über die Sitten von Afrika, Asien und Amerika, dazu 1785 Voltaires Erzählung La Princesse de Babylone. Voltaires Henriade wurde von dem Verleger Schrämbl übersetzt und in zwei Bänden 1782/83 herausgebracht – eine Verneigung vor Joseph II., der in der Widmung als weiser und toleranter Herrscher auf den Spuren des französischen Königs Henri IV apostrophiert wird.
Den Aufführungen auf Wiener Bühnen lagen ebenfalls häufig von deutschen Übersetzern (etwa Friedrich Wilhelm Gotter, Johann Joachim Eschenburg, Peter von Stüven, Friedrich Ludwig Schröder oder J.J.C. Bode) stammende Texte zugrunde. Genuin österreichische Übersetzungen bildeten die Ausnahme. Friedrich Kepner (1745–1820), Sekretär des Grafen Colloredo, dann Bibliothekar und Professor für Ästhetik bei Graf Kinsky, übersetzte Molière (Der Menschenfeind und Der Geizige, beide 1775), Die Horazier (nach Pierre Corneille, 1774) und Voltaire (Der verlorne Sohn, 1774; Alzire, 1775; Das Caffeehaus oder die Schottländerin, 1775). Joseph Laudes (1742–1793) war für Voltaires L’échange (Die Verwechselung, 1770), Rousseaus lyrisches Drama Pygmalion (Pygmalion, 1772) und Charles Simon Favarts Les moissonneurs (Die Schnitter, 1768) verantwortlich. Die Grenze zwischen Übersetzung und Bearbeitung war fließend, die Einbürgerung von Schauplatz, Sprache, Namen und anderer lokaler Verhältnisse bildete die Regel.
Auch für das 19. Jahrhundert fehlen weitgehend harte bibliographische Daten. Der rege Nachdruck deutscher Übersetzungen hielt bis 1835 an, als er durch eine gesetzliche Regelung innerhalb des Deutschen Bundes untersagt wurde. 1840 sind nur 15 Übersetzungen aus dem Französischen zu verzeichnen, etwa jeweils zur Hälfte Romane und Theaterstücke. Nach dem Fall der Vorzensur im Jahr 1848 und der folgenden schrittweisen Liberalisierung des Buchwesens ist – wie bereits seit den 1820er Jahren in Leipzig und Stuttgart – auch in Österreich eine Übersetzungswelle festzuhalten. Es entstanden populäre Romanreihen wie Josef Stöckholzer von Hirschfelds „Romantische Lesehalle“ (1851ff.); in Wallishaussers „Wiener Theater-Repertoir“ erschienen zwischen 1853 und 1886 hunderte, größtenteils aus dem Französischen übersetzte oder bearbeitete Stücke.
Der spekulativen Buchproduktion widmete sich zumindest für kurze Zeit der neu gegründete Verlag von August Bachmann, der rasch dutzende Romane, unter anderem von Paul de Kock und Eugène Sue, auf den Markt warf. Eine auf französische Literatur spezialisierte Publikationsreihe nannte 1867 vorsorglich schon im Titel alle geplanten Autor:innen: „Belletristisches Frankreich des 19. Jahrhunderts. Romane vom Abbe ***, About, Achard, Aimard, Berthet, Champfleury, Cherbuliez, Dash, Dumas Vater, Dumas Sohn, Feuillet, Féval, Feydeau, Houssaye, Hugo (Viktor), Janin, Kock (Paul), Kock (Henry), Lamartine, Montépin, Ponson du Terrail, Sand (George), Sand (Maurice), Sardou, Uchard, Ulbach, etc. etc. Einzig berechtigte deutsche Übersetzung“ (Wien: Tendler & Co.).
Die bei weitem erfolgreichste Reihe war Hartlebens „Belletristisches Lesecabinet der neuesten und besten Romane aller Nationen“ (1846–1879), das in billigen Lieferungen vertrieben wurde. In der Reihe dominierten Werke von Alexandre Dumas und Paul de Kock, denen Hartleben auch Gesamtausgaben widmete, ferner Eugène Sue, Xavier de Montépin, Paul Féval und George Sand. Später kanonisierte Autor:innen bildeten die Ausnahme, unter anderem nahmen Hartleben und der für die Reihe zuständige Herausgeber Hermann Meynert Balzac, Flaubert und Théophile Gautier auf.
Der Verlag Hartleben und sein Übersetzungsteam


Hartlebens Verlag firmierte „Wien, Pest und Leipzig“, auch sein Übersetzungsteam war zum Teil deutscher, zum Teil österreichischer Herkunft. Dr. G.F.W. Roediger war in den 1840er und 1850er Jahren als Erzähler und Kritiker für Adolf Bäuerles Theaterzeitung tätig, zwischen 1847 und 1864 lieferte er Hartleben nicht weniger als 211 Romanbände mit knapp 32.000 Druckseiten, ein Arbeitspensum, das wohl kaum ohne Hilfskräfte zu bewältigen war. Ludwig von Alvensleben (1800–1866), der aus Berlin stammte und als Autor, Zeitschriftenherausgeber, Theaterdirektor und Übersetzer tätig war, arbeitete für deutsche und ab den 1840er Jahren auch für österreichische Verlage[1]. Anton Langer (1824–1879), Verfasser von ‚Volksromanen‘ und Theaterstücken sowie Herausgeber des populären Periodikums Komische Briefe des Hans Jörgels von Gumpoldskirchen, übersetzte etwa 20 Romane aus dem Französischen für Hartleben, seine Übersetzungsleistung aus dem Französischen wurde mit insgesamt 150 Romanen beziffert.[2] Auch ließ er sich vom französischen Feuilletonroman für seine eigene Prosa beeinflussen, was dazu führte, dass die Kritik seine Romane als ähnlich subversiv ansah wie jene von Eugène Sue. Weitere bekannte Namen in Hartlebens Übersetzungsteam sind die Verfasser populärer Literatur und Journalisten Heinrich von Levitschnigg, Michael Etienne, Leopold Fürstedler und Hermann Meynert, dazu gesellten sich die beiden Beamten Ludwig Scheyrer (Domänen und Gefäll-Hofbuchhandlung) und Josef Alois Moshamer (Bücherrevisionsamt). Schließlich übersetzte Friederike Bäuerle (1817–1896), die Tochter des bekannten Theaterschriftstellers Adolf Bäuerle, für die Theater-Zeitung ihres Vaters Novellen aus dem Französischen (etwa von Élie Berthet und Eugène Sue), die teilweise auch in Hartlebens „Lese-Cabinet“ aufgenommen wurden.[3]
Eingriffe, Adaptierungen am Beispiel von Flaubert- und Jules Verne-Übersetzungen
Als Beispiel für die 1850er Jahre kann die 1858 innerhalb des „Belletristischen Lese-Cabinets“ verlegte erste deutsche Übersetzung von Flauberts Madame Bovary dienen. Sie stammte von Dr. Maximilian Engel (1807–1867), der bei diesem Roman wie auch bei zwölf anderen Werken (z.B. von Théodore Louis Auguste de Foudras, Mme Louis Reybaud, Élie Berthet, Paul Duplessis, Pierre Alexis Ponson du Terrail, Octave Feuillet und Eugène Sue) als „Dr. Legné“ firmierte. Engel war Arzt am Spital und Mitglied des Vorstandes der Israelitischen Kultusgemeinde, Zeitungsredakteur (Ostdeutsche Post, Wiener Zeitung), ferner Mitglied des niederösterreichischen Landesschulrats und verschiedener humanitärer Vereine.
Seine Übersetzung von Madame Bovary weist neben sprachlichen Verwechslungen und Zeichen von Flüchtigkeit, wie sie für die ‚Übersetzungsfabriken‘ der Zeit typisch sind,[4] eine Vielzahl von Veränderungen auf, die den Text regelrecht zensurieren. Nach 1848 bestand in Österreich zwar keine Präventivzensur mehr, dennoch mussten Autor:innen, Verlage, Redakteur:innen und auch Übersetzende vorsichtig agieren, um nicht eine Anklage wegen Religionsstörung oder Verletzung der Sittlichkeit, wie sie zuvor in Frankreich gegen den Roman erhoben worden war, zu riskieren.
Besonders achtete der Übersetzer darauf, durch mitunter weiträumige Auslassungen und Umformulierungen vermeintliche Angriffe auf die Religion zu vermeiden. Homais’ Tiraden gegen Kirche, Priester und katholischen Ritus werden von ihm gründlich entschärft. Vor allem aber wird Abbé Bournisien bei allen seinen Auftritten und Erwähnungen durch Streichungen gegen Angriffe in Schutz genommen. Eine geringere Rolle spielen übersetzerische Eingriffe im Bereich der Sittlichkeit. Wenn Charles’ Auffassung der ehelichen Liebe von Flaubert boshaft mit der gewohnten Nachspeise zum Abendessen verglichen wird, verharmlost die Übersetzung Charles’ Verhalten: „Er war nun einmal ein Gewohnheitsmensch und sein Naturell machte sich auch auf dem Gebiete der Liebe sieghaft geltend.“[5]
Als Anpassung an konventionelle literar-ästhetische Maßstäbe sind die Tilgung von ‚Häßlichem‘ und die damit korrespondierenden Versuche, die triste Atmosphäre des Romans aufzuhellen, zu interpretieren. Durchgehend passt der Übersetzer den Text an die Regeln konventioneller Schulrhetorik an. Dazu gesellen sich erläuternde Zusätze, wie jener zum letzten, lakonischen Satz des Romans („Il [Homais] vient de recevoir la croix d’honneur“, 611), den Engel äußerst platt ergänzt: „Er hat das Kreuz der Ehrenlegion erhalten und ist jetzt wirklich der glücklichste Sterbliche auf viele Meilen in der Runde.“[6]
Die 1873 von Hartleben begonnene Jules-Verne-Ausgabe wuchs nach und nach auf einen Umfang von über hundert Bänden. Nach Auskunft der Verlagskataloge wurden die Romane von Dr. O. Lanz und Dr. O. Reyher übersetzt, tatsächlich aber andere Übersetzer:innen bestellt, so im Fall von Fünf Wochen im Ballon (1875) eine gewisse Martha Lion, die sieben Titel der Verne-Ausgabe übertrug.
Die Übersetzung der Geschichte einer Afrikaüberquerung von drei wagemutigen Briten (mit aus heutiger Sicht haarsträubender kolonialistischer Attitüde) ist von Flüchtigkeit und äußerst ungeschickten Formulierungen gekennzeichnet. Die Chronologie der Reise wird durch falsche Datumsangaben verzerrt, wenn ein Reisender über die geplanten Abenteuer begeistert ist („il en fut ravi“)[7], liest man in der Übersetzung „Er war in diesem Gedanken entzückt“[8]; als Äquivalent von „frissonner“[9] wählt die Übersetzerin die Formulierung „ihm schauderte die Haut“[10]. Auch Vernes Angaben zur afrikanischen Vegetation werden von der Übersetzerin missverstanden: Statt von „banians séculaires“ (alten Feigenbäumen)[11] berichtet sie von „dreihundert Fuß hohen Bäumen, einer Art hundertjähriger Bananen“[12].
Rechte, Konkurrenz
Im Dezember 1866 wurde ein ab 1867 (auch für Ungarn) gültiger Vertrag zwischen Frankreich und Österreich geschlossen, der den Autor:innen des jeweils anderen Landes denselben Schutz wie den einheimischen Verfasser:innen einräumte. Auch Übersetzungen mussten fortan autorisiert werden und genossen Schutz während der Lebenszeit des Autors bzw. der Autorin und 30 Jahre nach deren Tod. Im Fall dramatischer oder musikalischer Werke galt der Schutz auch für Aufführungen.[13] Der Vertrag mit Frankreich blieb längere Zeit singulär: Weil die Buchhandelsbilanz mit den meisten Ländern aufgrund der literarischen Kräfteverhältnisse negativ ausfiel, zögerte die österreichische Regierung, der Berner Konvention beizutreten, erst die Republik trat ihr auf Anordnung des Vertrags von Saint-Germain 1920 bei.
Der Anlass für den Vertrag mit Frankreich dürfte der Streit um eine Übersetzung von Victor Hugos Roman Les Travailleurs de la mer (1866) gewesen sein. Kurz vor dem Abschluss des Vertrags hatte der Verlag Hartleben sich vom Berliner Verlag Otto Janke – die deutschen Staaten hatten bereits in den 1850er Jahren mit Frankreich Abkommen geschlossen – die Rechte an dessen autorisierter Übersetzung für Österreich gesichert. Die Presse begann gleichzeitig eine eigene Übersetzung in ihrem Feuilleton abzudrucken, die auch im Buchverlag des Herausgebers August Zang erschien. Hartlebens Proteste fruchteten nicht, die Presse brachte ihre (stark gekürzte) Version des Romans wie auch die Buchausgabe ungestört heraus.
War eine verlegerische Selbstbedienung wie jene Zangs im Fall von Hugos Roman fortan untersagt, so bestand das alte Problem der freien Konkurrenz innerhalb des deutschsprachigen Raums weiterhin: Hartleben hatte auch die Jules-Verne-Ausgabe aufgrund des österreichischen Abkommens mit Frankreich vom Verfasser bzw. von seinem Verlag autorisieren lassen, was ihn 100.000 Francs gekostet haben soll. Der Schutz gegen Konkurrenzübersetzungen erlosch aber im Deutschen Reich bereits nach zehn Jahren. Das musste Hartleben schmerzhaft zur Kenntnis nehmen, als der Leipziger Verleger Unflad 1887 begann, billige Neuausgaben herzustellen, und ihm damit sowohl in Deutschland als auch in Österreich Konkurrenz machte.[14] Ein ähnliches Schicksal erfuhren vermutlich seine in den 1870er Jahren verlegten autorisierten Ausgaben von Paul de Kock (diverse Übersetzer:innen) und Alexandre Dumas père (u.a. Josef Alois Moshamer).
Tagespresse
Wichtige Medien für literarische Texte waren seit der Jahrhundertmitte die Tageszeitungen. Der erwähnte August Zang (1807–1888) gründete im Revolutionsjahr 1848 nach dem Vorbild von Émile de Girardins Presse die gleichnamige österreichische Zeitung.[15] Durch Girardins Einsatz des Publikumsmagneten Feuilletonroman angeregt, druckte Zang von Anfang an vornehmlich französische Prosa (Alexandre Dumas Vater und Sohn, Paul Féval, Élie Berthet, George Sand, Xavier de Montépin...) ab, dazu verlegte er zwischen 1855 und 1859 eine „Roman- und Novellenzeitung“ (1855–1859), die in Form billiger Lieferungen neben den genannten Namen Werke von Edmond About, Octave Feuillet und Balzac herausbrachte. Nach einer Pause in den 1870er Jahren finden sich in dem Blatt wieder zahlreiche französische Romane, von Autor:innen wie Jules Claretie, Albert Delpit, Émile Zola (Germinal, 1885), Georges Ohnet (fünf Romane 1883–1889) und Jeanne Mairet [Mme. Charles Bigot] (drei Romane 1890–1896).[16]
Die Übersetzer:innen wurden kaum jemals genannt, wiederholt, z.B. im Fall von Ohnet, Delpit und Mairet, taucht jedoch der Name „Max von Weißenthurn“ auf. Hinter dem durchsichtigen Pseudonym verbirgt sich Maximiliane Franul von Weissenthurn (1851–1931), die sich nach der Scheidung von einem Offizier seit den 1870er Jahren durch schriftstellerische Aktivitäten ernährte. Sie übersetzte aus dem Englischen, Französischen und Italienischen und lieferte der Presse zahlreiche Bearbeitungen „nach dem Englischen“. Ihre Essays galten vorwiegend Frauenfragen (An die Frauen! Gesammelte Essays, 1911).[17]

Ganz dem populären Sensations- und Kriminalroman verpflichtet zeigte sich das 1865 vom Fremdenblatt abgespaltene Neue Fremdenblatt, bis 1876 druckte es zahlreiche Übersetzungen von Ponson du Terrails und Émile Gaboriaus Romanen ab. Mit dem Pariser Vorbild des Petit Journal teilte das Wiener Blatt nicht nur die Feuilletonromane, sondern auch die Vorliebe für dubiose faits divers.[18] Noch um die Jahrhundertwende enthielt das ebenfalls populäre Illustrierte Wiener-Extrablatt französische Klassiker des Feuilletonromans wie Eugène Sue, Dumas, Ponson du Terrail und Xavier de Montépin.
Die sozialdemokratische Arbeiter-Zeitung wählte nach politisch-programmatischen Gesichtspunkten aus, wie ihre deutschen Vorbilder bevorzugte sie Werke der Weltliteratur, die zugleich ideologisch in ihr Konzept passten, z.B. Zolas Germinal (1891) und Arbeit (1901).
Trotz ihres schmalen übersetzerischen Œuvres (das wegen der Annahme eines Pseudonyms für eine Übersetzung aus dem Englischen noch weniger ins Auge fällt) ist Emma Adler, geborene Braun, seit 1878 mit dem Arzt und sozialdemokratischen Politiker Viktor Adler verheiratet, ein wichtiger Name in der österreichischen Übersetzungsgeschichte. Indem sie mit ihrer einzigen Buchübersetzung aus dem Französischen 1896 als Erste den naturalistischen „Modellroman“ Germinie Lacerteux der Brüder Goncourt für die Arbeiter-Zeitung ins Deutsche brachte und mit dem hinzugefügten Untertitel Der Roman eines Dienstmädchens das soziale Milieu, in dem er angesiedelt ist, verdeutlichte, erwarb sie sich große Verdienste um das Verständnis einer bürgerlichen Leserschaft für die prekären Lebensbedingungen sozial unterprivilegierter Bevölkerungsschichten, die ihren Mann zum politischen Handeln bewogen haben.
Außerdem verfasste Emma Adler, u.a. unter dem Pseudonym „Marion Lorm“, zahlreiche historische und jugendpädagogische Schriften im Sinn der Arbeiterbewegung. Als ihr Hauptwerk gilt Die berühmten Frauen der französischen Revolution (1906).[19]
Theater
Auf den Wiener Bühnen war der Anteil französischer Stücke ähnlich hoch wie bei der populären Prosa. Zwischen 1810 und 1870 betrug er im Musiktheater (Hofoper) ein glattes Drittel; im Sprechtheater (Burgtheater) lag er bei 28%.[20] Zu den prominentesten Autoren zählten im Bereich Oper und Operette – hinter dem Titel jeweils die Zahl der Aufführungen bis 1870 – Daniel-François-Esprit Auber (La muette de Portici, 263), François-Adrien Boieldieu (Le nouveau seigneur, 133), Charles Gounod (Faust, 111) André Ernest Modeste Grétry (La dame blanche, 152), Jacques Fromental Halévy (La juive, 127), Giacomo Meyerbeer (Les Huguenots, 303) und Gaspare Spontini (La Vestale, 155).
Der Dauerbrenner schlechthin waren also Meyerbeers Hugenotten, obwohl sie von der Zensur bzw. mit Rücksicht auf sie gekürzt und umgeschrieben worden waren. Noch vor der offiziellen Premiere in der Hofoper wurde das Stück im Theater in der Josefstadt unter dem Titel Die Ghibellinen in Pisa aufgeführt. Beide Fassungen waren stark gekürzt und modifiziert. Die Handlung wurde ins Mittelalter zurückverlegt, Passagen, die die katholische Kirche in schlechtes Licht rückten, wurden gestrichen, Namen und Kostüme an die veränderte historische Epoche angepasst.
Bei den Übersetzer:innen bzw. Bearbeiter:innen unterscheidet Charle[21] drei Typen, die etwa im Verhältnis 2 : 1 : 1 auftreten: Angehörige des Theaterbetriebs (Schauspieler:innen, Direktor:innen); Beamte, die nebenbei übersetzen; vielseitig tätige freie Autor:innen und Journalist:innen. Aufgrund des regen Austausches von Theatertexten innerhalb des deutschsprachigen Raums kam ein Teil der Stücke nicht direkt aus Paris, sondern über Zwischenstationen in Deutschland nach Österreich. Unter dieser Prämisse sind als für Wien besonders bedeutende Mediatoren Ignaz Franz Castelli, Johann Wenzel Lembert, Ludwig von Alvensleben und Heinrich Börnstein zu nennen.
Überaus groß war der Einfluss des französischen Theaters auf das Wiener Vorstadttheater. Nicht nur manche Stücke von Ferdinand Raimund und Johann Nestroy, sondern auch viele der heute weitgehend vergessenen Autor:innen des auf den Wiener Vorstadtbühnen florierenden Unterhaltungstheaters (z.B. Carl Meisl, Hermann Josef Herzenskron, Friedrich Kaiser, Therese Megerle) sind Bearbeitungen französischer Quellen. Dazu gehört u.a. auch der auf Offenbachs Operetten spezialisierte Schauspieler, Librettist und Theaterdirektor (Theater an der Wien, Carltheater) Carl Treumann (1823–1877).
Die Übersetzerinnen

Neben den bereits erwähnten Maximiliane Franul von Weissenthurn und Emma Adler haben Frauen einen beachtlichen Anteil an der Übersetzungstätigkeit.
So lebte Marie Gordon, geb. Calafati (1811–1863), nach dem Tod ihres britischen Ehemannes und der Trennung von Moritz Gottlieb Saphir vom Verfassen, Übersetzen bzw. Bearbeiten von französischen und englischen populären Dramen.[22] Ihr Œuvre umfasst über sechzig Stücke, die unter dem Pseudonym Alexander Bergen meist bei Wallishausser erschienen. Ihre Tochter Marie Calafati (1837–1913) benützte für Prosaübersetzungen (unter anderem Henry und Paul de Kock, Pierre Alexis Ponson du Terrail, George Sand, Émile Augier, Octave Feuillet und Paul Féval) das Pseudonym Marie Saphir, für Dramen übernahm sie von ihrer Mutter das Pseudonym Alexander Bergen, zusätzlich firmierte sie auch als Max Stein. Ab der zweiten Hälfte der 1860er Jahre übersetzte sie Theaterstücke von Dumanoir und Lafargue, Léon Gozlan, Labiche und Martin, Félicien Mallefille, Paul Foucher und Émile de Girardin, zudem verfasste sie Bearbeitungen „nach dem Französischen“.
Mit A. Scarneo taucht im Verlauf der 1860er Jahre eine enigmatische Figur unter den Übersetzerinnen aus dem Englischen und Französischen in den Meldungen der österreichischen Presse und des Buchhandels auf. 1862 bzw. 1863 sind insgesamt sechs ihrer Übersetzungen im ‚Belletristischen Salon‘ des Verlags Markgrafs („eine Bibliothek der vorzüglichsten Romane des Auslandes“) vertreten; bei fünf davon handelt es sich um französische Romane – und zwar von Paul Féval, Pierre Alexis Ponson du Terrail, Paul Bocage, Edmond About und George Sand. Zu den spärlichen Informationen über A. Scarneos Tätigkeit als Übersetzerin zählt eine Einladung zur Pränumeration der Arader Zeitung, in der im Dezember 1865 die Übersetzung eines Romans von Théophile Gautier, vermutlich La belle Jenny, durch die „geistreiche[...] Schriftstellerin A. Scarneo“ angekündigt wird.
Aurora Rümelin (1845–1932), die unter dem Pseudonym Wanda von Dunajew schrieb und einige Zeit mit Leopold von Sacher-Masoch verheiratet war, was ihr Pseudonym nach der Protagonistin des Romans Venus im Pelz erklärt, übersetzte u.a. Georges Ohnets Das Recht des Kindes (1894) ins Deutsche, andererseits übertrug sie mehrere Kurzgeschichten ihres geschiedenen Mannes nach dessen Tod ins Französische.[23]

Eine im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts „in Wien wohlbekannte“ Übersetzerin von spanischen und französischen Romanen und Theaterstücken war die in Costa Rica geborene Lili Lauser (1855/61–1935)[24]. Ihre Bearbeitung von Alfred de Mussets Lustspiel Il ne faut jurer de rien (dt.: Man soll nichts verschwören) wurde von 1877 bis 1880 am Wiener Burgtheater gespielt und stand bis in die 1890er Jahre „auf dem Spielplane mehrerer deutscher Hoftheater und des Frankfurter Stadttheaters“. Die Übertragung dieses schon zuvor öfters ins Deutsche übersetzten Stücks wurde quer durch die Wiener Presse mit wohlwollenden Worten bedacht, wobei – zum Teil mit misogynem Unterton – auch auf Lausers Geschlecht eingegangen wird. Stein des Anstoßes sind die vielfach als „Obscönitäten“ empfundenen Freizügigkeiten des Originaltexts, wobei Lili Lauser immerhin konzediert wird, diese „für eine Dame schwierige Arbeit“[25] gut gemeistert zu haben.
Als Übersetzerin aus dem Französischen, Russischen und Englischen ist die ausgebildete Lehrerin Laura Feibelsohn (1861–1910) unter dem Pseudonym Laura Feil gegen Ende des 19. Jahrhunderts im Feuilleton vieler österreichischer Zeitschriften vertreten. Neben Übersetzungen von Romanen Georges Ohnets und Novellen François Coppées und Sibylle Aimée Marie-Antoinette Gabrielle de Riquetti de Mirabeaus[26] sind in der Arbeiter-Zeitung einige freie Bearbeitungen Feibelsohns zu finden (z.B. drei Humoresken von Guy de Maupassant in der Arbeiter-Zeitung vom 11. April 1897), von denen der von Januar bis Februar 1899 abgedruckte Roman Arbeiterinnenschicksal als umfangreichster Feuilleton-Beitrag der Übersetzerin hervorzuheben ist. Auch in den Jahren nach der Jahrhundertwende war Feibelsohn regelmäßig als Übersetzerin – meist französischer Texte – gefragt, zuweilen auch über Wien hinaus (z.B. in der Bukowinaer Post vom 25.8.1903 und im Bregenzer Tagblatt vom 8.10.1908). Zu vermerken ist auch ihre Mitarbeit an Zeitschriften wie Dokumente der Frauen und Die Frau[27], die ihre Nähe zur Frauenbewegung belegen.
Die lange Jahrhundertwende 1880–1914
In den 1880er Jahren wurde Wien für kurze Zeit eine Art Umschlagplatz für die mit dem Etikett „Naturalismus“ charakterisierten französischen Romanciers, vor allem dank der Vorabdrucke der Übersetzungen in namhaften Tageszeitungen wie Presse, Neue Freie Presse (NFP), Neues Wiener Tagblatt und Wiener Allgemeine Zeitung. Maßgeblich beteiligt daran waren Persönlichkeiten, die sowohl als Journalisten / Feuilletonisten als auch als Übersetzer bzw. als literarische Agenten tätig waren: So hat Hugo Wittmann 1881 Edmond de Goncourts La Faustin (unter dem Titel Juliette Faustin) für die NFP übersetzt und 1882 in derselben Zeitung mit Zolas Pot-Bouille (Geschichte eines Bürgerhauses. Ein feines Haus) die erste komplette deutsche Version eines Romans des Rougon-Macquart-Zyklus geliefert. Wittmann hat auch die Veröffentlichung von vier Romanen von Alphonse Daudet in der NFP vermittelt, nämlich Die Könige in der Verbannung (1879), Numa Roumestan (1881), Die Evangelistin (1882) und Sapho (1884). Diese vier Übersetzungen sind ohne Nennung des Übersetzers erschienen.
Von 1884 bis 1888 war Ernst Ziegler Zolas offizieller Beauftragter für Veröffentlichungen in deutscher Sprache und hat außer Wiener Zeitungen auch andere deutschsprachige Blätter in den Kronländern und in Deutschland bedient: seine Übersetzung von Germinal (1884/85) ist außer in der Presse in mehreren deutschsprachigen Zeitungen der Monarchie (z.B. Agramer Zeitung) und in Zeitungen des Deutschen Reiches (z.B. Frankfurter Zeitung) erschienen. Außerdem hat er L’Œuvre (Aus der Werkstatt der Kunst) und La Terre übersetzt, für letzteren Roman allerdings keine Zeitung als Abnehmer gefunden und die Rechte an den Dresdner Verlag Minden übergeben, der sie letztlich an den Budapester Verlag Grimm verkauft hat, wo die Zieglersche Übersetzung bearbeitet von Armin Schwarz erschienen ist.
Ebenfalls von Wien aus hat Leopold Rosenzweig (1873–1943) agiert und u.a. zwei Romane aus Zolas letztem, unvollendetem Zyklus Les Quatre Évangiles übersetzt, und zwar Travail (Arbeit, 1901 in der Arbeiter-Zeitung) und Vérité (Wahrheit, 1902/03 in der Wochenschrift Die Zeit) sowie Neuübersetzungen der Rougon-Macquart-Romane La Curée, Pot-Bouille und L’Argent angefertigt. Im Zuge der Arbeit an Wahrheit hat Rosenzweig Zola auf einen Irrtum hinsichtlich des Verwandtschaftsverhältnisses einer der Personen, nämlich des jungen Zéphirin, aufmerksam gemacht. Das Antwortschreiben, in dem sich der Romancier bei seinem Übersetzer für diesen Hinweis bedankt, dürfte einer der letzten Briefe gewesen sein, die Zola geschrieben hat: Er ist mit 27. September 1902 datiert, das ist der Vorabend der verhängnisvollen Rückkehr Zolas von seinem Landhaus in Médan nach Paris.

Unter den in Österreich-Ungarn spärlichen Literatur-Verlagen ist neben dem Wiener Verlag, der Romane von Daudet, Zola und Mirbeau (Das Tagebuch einer Kammerzofe, 1901) im Programm hatte, der Verlag Grimm in Budapest zu nennen, der sich nicht um Urheber- und Übersetzungsrechte kümmerte und in der Übersetzung von Armin (auch Oskar) Schwarz Ausgaben von Zola, Mirbeau, Pierre Louÿs und Henry Gauthier-Villars zum Teil ohne Genehmigung des Autors herausbrachte.
Um die Wende zum 20. Jahrhundert veränderte sich die Übersetzungslandschaft in mehrfacher Hinsicht gravierend. Waren im deutschen Sprachraum außerhalb Österreichs seit jeher zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter der Höhenkammliteratur der verschiedensten Strömungen übersetzerisch aktiv – man denke, allein was französisches Schrifttum betrifft, an Goethe (Corneille, Diderot, Voltaire), Schiller (Racine, Louis-Benoît Picard), die Schlegel-Dynastie (Mme de Staël), an Georg Herwegh (Lamartine) oder Ferdinand Freiligrath (Victor Hugo, Alfred de Musset) bis zu Stefan George (Baudelaire) oder Richard Dehmel (Pierre Louÿs, Paul Verlaine) –, so begann sich die österreichische Übersetzungsgeschichte erst spät, jedoch dann sehr rasch und dicht, mit gewichtigen Namen und richtungsweisenden Übersetzungsleistungen anzureichern.
Das Fehlen einer koordinierten Übersetzungspolitik[28] und der Mangel an reichweitenstarken Großverlagen führten dazu, dass die meisten literarisch relevanten Übersetzungen in deutschen Verlagen erschienen. Letzterer Umstand dauert weitgehend bis in die Gegenwart fort,[29], wie nach wie vor an den Publikationsorten abzulesen ist.
Lyrik
Lyrik zeitgenössischer Autoren war bis zur Jahrhundertwende ein von österreichischen Literaturschaffenden weitgehend vernachlässigtes Genre. Als paradigmatischer Repräsentant des Aufbruchs in eine neue Epoche ist deshalb Stefan Zweig zu nennen. Noch bevor er als Zwanzigjähriger seinen ersten Gedichtband herausbrachte, publizierte er ab 1900 Übersetzungen französischer Gedichte in diversen literarischen Zeitschriften. Er widmete sich anfangs Gedichten der heute nur mehr Fachleuten bekannten Parnassiens Paul Armand Silvestre, Léon Dierx und Eugène Manuel, vor allem aber den Großmeistern der Lyrik Charles Baudelaire, Arthur Rimbaud und Paul Verlaine. Um die Werke des belgischen Dichters Émile Verhaeren machte sich Zweig bis zur ideologischen Entfremdung im Ersten Weltkrieg besonders verdient.
Nicht nur Zweig nannte die deutschen Versionen der modernen französischen Lyrik meist Nachdichtungen oder Übertragungen. Die Bezeichnungen deuten auf den Umstand hin, dass es bei diesen Gedichten nicht in erster Linie auf die Wiedergabe eines konkreten Inhalts ankommt, sondern auf durch Lautstruktur und Rhythmus generierte Assoziationen. Folgerichtig verfolgte Zweig auch das – durch den Krieg verzögerte – Projekt, in einer Verlaine-Anthologie Versionen verschiedener Übersetzerinnen und Übersetzer einander gegenüberzustellen, um die künstlerische Potenz eines Texts erfahrbar zu machen.
Der etwas ältere, im bürgerlichen Beruf als Jurist und Staatsbeamter erfolgreiche Richard (von) Schaukal betrat kurz nach Zweig die literarische Szene mit Übersetzungen von Gedichten Stéphane Mallarmés, Paul Verlaines und des in Kuba geborenen José-Maria de Heredia, der mit einer Les Trophées betitelten Sammlung von 118 technisch perfekt komponierten Sonetten in die französische Literaturgeschichte eingegangen ist.

Eine Ausnahmeerscheinung war der zeitlebens weitgehend abseits des Literaturbetriebs stehende und unter dem Pseudonym K.L. Ammer publizierende Lyrik-Übersetzer Karl Klammer, dessen Begabung u.a. von dem deutschen Dichter Richard Dehmel gefördert wurde und die in einer ostgalizischen Garnison dank zeitlicher Freiräume voll zur Entfaltung kam. Im Jahr 1907 erschienen zwei literaturgeschichtlich wichtige Bände: einer mit Gedichten Rimbauds und ein anderer mit der ersten Gesamtübersetzung des Œuvres des spätmittelalterlichen Dichters François Villon, 1908 folgte noch eine Übersetzung von Paul Claudels Ode Die Musen. Eine 1957 herausgegebene Anthologie enthält eine größere Anzahl von Gelegenheitsübersetzungen, die neben der zunächst militärischen und danach kaufmännischen Laufbahn Ammers entstanden sind und von denen es zum Teil keine anderen deutschen Versionen gibt (in chronologischer Folge der Lebensdaten der Dichter: Joachim du Bellay, Olivier de Magny, Voltaire, François Coppée, Tristan Corbière sowie die Belgier Émile Verhaeren und Charles van Lerberghe).
Theater
Auf dem Gebiet des Theaters wurde die französische Literatur als unerschöpfliche Quelle unterhaltsamer Vorlagen allmählich von der englischsprachigen überflügelt, insbesondere was den Qualitätsanspruch betrifft. Mit Betty Paolis Übersetzung des Einakters Gringoire (1872) von Théodore de Banville, bei der der Autor selbst behilflich war, oder mit Dora von Gagerns Version von Racines Les Plaideurs mit dem saloppen Titel Die Gerichtsfexen (1886) wurde dem Publikum schon Ende des 19. Jahrhunderts anspruchsvollere Komödienkost geboten; Siegfried Trebitsch, spezialisiert auf die Werke von G.B. Shaw, knüpfte mit seinen Übersetzungen der (meist kürzeren) Stücke von Georges Courteline, angefangen mit Boubouroche (1901), an die bewährte Komödientradition an. Franz Blei, Übersetzer mehrerer Komödien von Oscar Wilde, nahm sich zusammen mit Max Brod die Groteske Pierrot fumiste des frühverstorbenen Multitalents Jules Laforgue vor (Pierrot der Spaßvogel, 1909). Der gefeierte Schauspieler Josef Kainz übersetzte das Paradestück von Beaumarchais Le Mariage de Figaro (Der tolle Tag oder Figaro’s Hochzeit, 1906) und Hugo von Hofmannsthal, promovierter Romanist, setzte sich mit drei Stücken von Molière auseinander: Die Heirat wider Willen (1909; Le mariage forcé), Die Lästigen (1916; Les fâcheux) und Der Bürger als Edelmann (1917; Le bourgeois gentilhomme). Auch Otto Hauser übersetzte drei kurze Stücke von Molière: Die lächerlichen Preziösen (1911), Sganarell oder der eingebildete Hahnrei (1911) und Die Männerschule (1912); 1913 brachte er das „Liebesspiel in 2 Aufzügen“ Wovon die jungen Mädchen träumen, ein Lesedrama von Alfred de Musset, heraus.
Der größere Teil der Übersetzungen ernster französischer Bühnenwerke aus der Zeit von der Jahrhundertwende bis zum Ende des Ersten Weltkriegs beruhte auf Werken zeitgenössischer Autorinnen und Autoren, die – in historischer Einkleidung oder unverhüllt – aktuelle Themen in ihren Stücken verhandeln. Eine Vorrangstellung nahm eindeutig Paul Claudel ein. Hier ist der durch die Zeitumstände an verschiedenen Orten des deutschen Sprachraums tätige, in Wien geborene Verleger Jakob Hegner zu nennen; von ihm stammen die ersten Übersetzungen von L’annonce faite à Marie (Verkündigung, 1912) und Tête d’or (Goldhaupt, 1915); nach dem Krieg, 1920, lässt er Der Tausch (L’échange) folgen, aber in diesem Fall war der Erstübersetzer der umtriebige Franz Blei (1910, identischer Titel), der zwei Jahre zuvor schon Mittagswende (Partage de midi) herausgebracht hatte. Auch von André Gide übersetzte Blei einige Werke; für das Theater Der König Candaules (1905; Le roi Candaule) und das dramatische Gedicht in drei Monologen Bathseba (1908). Was von dem nicht vollendeten Dauerprojekt Hérodiade, das Mallarmé über Jahrzehnte beschäftigt hat, auf uns gekommen ist, übersetzte Richard Schaukal. Noch in der Periode, in der Hugo von Hofmannsthal mit seiner geplanten Habilitationsschrift über Victor Hugo beschäftigt war, arbeitete er ein auf dem entwicklungspsychologischen Roman Poil de carotte von Jules Renard beruhendes Stück zu einem Einakter um und gab ihm den – wohl unmittelbar vom Namen des Autors inspirierten – Titel Fuchs (1901). Erwähnt werden soll schließlich auch Felix Weingartner, der vor allem als Dirigent und weniger als Komponist oder als (Mit-)Übersetzer von Libretti (Berlioz, Béatrice et Bénédict; Étienne N. Méhul / Vincent P. Duval, Joseph; dt. Joseph und seine Brüder) in die Musikgeschichte eingegangen ist.
Für die Bühnenwerke gilt generell dasselbe wie für die Publikationsorte gedruckter Texte: Die Uraufführungen haben vielfach in Theatern im deutschen Sprachraum außerhalb Österreichs stattgefunden.
Erzählprosa
Wie bei den Originalwerken bildet auch auf dem Sektor der Übersetzung die Erzählliteratur das weitaus stärkste Segment. Während im Deutschen Reich zu dieser Zeit eine Reihe von extrem produktiven Übersetzern Jahr für Jahr mehrere Werke der Höhenkammliteratur auf den Markt brachte – erwähnt seien exemplarisch die drei in den 1870er Jahren geborenen Arthur Schurig, Friedrich von Oppeln-Bronikowski und Felix Paul Greve –, stammen die österreichischen Beiträge zum übersetzerischen Schrifttum nur zu einem geringen Teil von hauptberuflichen Literaturschaffenden. Außerdem fällt auf, dass die übersetzten Texte relativ oft am Rand oder überhaupt außerhalb des Kanons angesiedelt sind.
Am ehesten entspricht Franz Blei dem Bild des unermüdlichen Übersetzers, der neben seinen diversen Tätigkeiten als Erzähler, Essayist und Herausgeber auch immer wieder Zeit für zum Teil umfangreiche Übersetzungsprojekte fand. Die erste große Übersetzung eines Romans waren die Gefährlichen Liebschaften (1901) von Choderlos de Laclos; es folgte Das Buch von Monelle (1904) des Zeitgenossen Marcel Schwob. Darauf machte Blei wieder einen Zeitsprung zurück und nahm sich den Erfolgsroman in Fortsetzungen Leben und Abenteuer des Chevalier Faublas (1906) des in der Französischen Revolution aktiven Politikers Jean-Baptiste Louvet de Couvray vor. Einem ganz anderen Genre aus einer frühen Epoche, nämlich dem Spätmittelalter, gehören Die fünfzehn Freuden der Ehe (1906) an, ein pessimistischer, zeittypisch misogyner Blick auf den Alltag einer Paarbeziehung. Aus dem 17. Jahrhundert stammt der Roman comique von Paul Scarron, den Blei 1908 mit dem Titel Der Komödianten-Roman versah. Erst ein Jahrzehnt alt dagegen war André Gides satirische Prometheus-Erzählung, als Blei sie auf Deutsch herausbrachte (Der schlecht gefesselte Prometheus, 1909). Und absolut zeitnah übersetzt waren Die Fahrten des Condottiere. Eine italienische Reise (1914) von André Suarès.
Einer gewissen Beliebtheit erfreute sich um die Jahrhundertwende im deutschen Sprachraum der literarisch schwer einzuordnende Exzentriker Jules Barbey d’Aurevilly. Unter dem Pseudonym M. v. Berthof publizierte Melanie Rothenthal im Jahr 1900 die Novellensammlung Les Diaboliques (1874) mit dem Titel Die Teuflischen. 1909 lieferte Richard Schaukal die Übersetzung der älteren programmatischen Schrift über den Dandysmus (Vom Dandytum und von G. Brummell [!]) nach.
Der promovierte Jurist, auch künstlerisch vielseitig begabte und initiative Karl Federn[30] ist vor allem als Übersetzer italienischer und englischsprachiger Literatur bekannt. Seine Übersetzungen aus dem Französischen haben Lebensgeschichten aus dem 17. Jahrhundert zum Inhalt und waren literarisch gesehen eher randständig. Der Chevalier von Gramont. Hamiltons Memoiren und die Geschichte erschien 1911, ein Jahr später kamen ebenfalls im Münchner Verlag Georg Müller Schriften und Briefe des Herrn von Saint-Évremond und die Memoiren der Herzogin von Mazarin heraus. Ebenfalls aus dem 17. Jahrhundert stammen die der Nonne Marianna Alcoforado zugeschriebenen Portugiesischen Briefe, die Rainer Maria Rilke übersetzte und die 1913 beim Insel-Verlag erschienen. Otto Hauser dagegen griff in den Kriegsjahren auf Werke aus dem Kanon der Romantik und des Realismus zu: den Roman Adolphe von Benjamin Constant, Gustave Flauberts Novellen Felicitas (im Original Un cœur simple) und die Legende von Sankt Julian dem Gastfreien sowie Prosper Mérimées Erzählung Lokis.
Sachbücher

In dieser Periode sind auch einige kultur- sowie fachgeschichtlich bedeutende Übersetzungen aus verschiedenen Disziplinen entstanden. Bekannt und medizingeschichtlich aufgearbeitet sind die Übersetzungen, die Sigmund Freud von Schriften seiner Lehrer angefertigt hat. Während er zwei Bände des in Nancy wirkenden Neurologen und Psychiaters Hippolyte Bernheim über dessen innovative Therapie inhaltlich getreu übersetzte (Die Suggestion und ihre Heilwirkung, 1888; Neue Studien über Hypnotismus, Suggestion und Psychotherapie, 1892), griff er in seinen Übersetzungen der Texte des an der Pariser Salpêtrière tätigen Neurologen von Weltruf Jean Martin Charcot (Poliklinische Vorträge, 1892) mehrfach gravierend ein, indem er seine eigenen Erkenntnisse und Thesen einfließen ließ. Ein anderer großer französischer Mediziner, Charles Richet, Nobelpreisträger für seine Forschungen zur Anaphylaxie, profilierte sich auch mit der humanistisch-pazifistischen Schrift Le passé de la guerre et l’avenir de la paix, die Bertha von Suttner 1909 in deutscher Übersetzung (Die Vergangenheit des Krieges und die Zukunft des Friedens) vorlegte. Der als engagierter Sozialist bekannte Arzt Paul Lafargue fand mit Luise Kautsky eine ideologisch gleichgesinnte Übersetzerin für seine Abhandlung Le problème de la connaissance, die im Deutschen Ursprung und Entwicklung des Begriffs der Seele (1909) heißt.
Eines für die Geschichte der Nationalökonomie relevanten Werks nahm sich Franz Blei an: Die Dialogues sur le commerce des blés des italienischen, aber im Umkreis der französischen Aufklärer in Paris verkehrenden Gelehrten Ferdinando Galiani übersetzte er neu (Die Dialoge des Abbé Galiani, 1912) und ergänzte die Ausgabe um eine Biographie des Autors. Ursprünglich italienisch geschrieben ist Giuseppe Salviolis Standardwerk Il capitalismo antico, das Karl Kautsky jun. auf der Grundlage der französischen Version ins Deutsche übersetzte (Der Kapitalismus im Altertum, 1912). Das kunsthistorisch bedeutende Werk Les Cathédrales de France von Auguste Rodin veröffentlichte Max Brod 1917 auf Deutsch (Die Kathedralen Frankreichs). Ein ganzes Spektrum religiöser Schriften übersetzte Josef Drammer: Eine Buchreihe widmete er den Conferenz-Reden und Vorträgen des u.a. in der Kathedrale von Notre-Dame-de-Paris auftretenden Geistlichen Jacques Marie Louis Monsabré (1890–1894), weitere Bände den Predigten Bossuets (Predigten auf die Feste der allerseligsten Jungfrau Maria, 1899; Bossuet’s Fastenpredigten, 1905–1908); ferner veröffentlichte er die übersetzte Autobiographie einer Heiligen: Schwester Therese vom Kinde Jesu aus dem Karmeliterorden. Lebensbild, von ihr selbst entworfen (1909).
Quellen und externe Links
- ↑ dazu Bachleitner 1989, 41–45
- ↑ Österreichisches Biographisches Lexikon (ÖBL), 1815–1950, Bd. 5 (Lfg. 21, 1970), 3f.
- ↑ ÖBL
- ↑ dazu Bachleitner 1993, 3–5
- ↑ 331/I,64
- ↑ III,168
- ↑ Verne 1868, 16
- ↑ Verne 1876, 18
- ↑ Verne 1868, 30
- ↑ Verne 1876, 31
- ↑ Verne 1868, 155
- ↑ Verne 1878, 143; Weiteres bei Bachleitner 2000b
- ↑ Wretschko 1896, 181–187
- ↑ Bachleitner, Eybl, Fischer 2000a, 204f.; „Schutz dem österreichischen Verlage“
- ↑ dazu Wandruszka 1958
- ↑ siehe Bachleitner 1990, 100–104
- ↑ Wurzbach Bd. 54, 176f.
- ↑ Bachleitner 2001, 23–26
- ↑ ÖBL
- ↑ Charle 2012, 232 und 236
- ↑ 2012, 256
- ↑ https://de.wikisource.org/wiki/BLKÖ:Gordon,_Marie
- ↑ ÖBL
- ↑ BiografiA gibt beide möglichen Geburtsjahre an (vgl. Blumesberger, Susanne: Lauser Lili; Schriftstellerin und Übersetzerin. In: Ilse Korotin (Hg.): BiografiA. Lexikon österreichischer Frauen. Band 1 A–H. Wien/Köln/Weimar: Böhlau 2016, S. 1927f.); bei Pataky wird 1861 angegeben (vgl. Pataky, Sophie: Lexikon deutscher Frauen der Feder. 1. Band. A–L. Berlin: Carl Pataky 1898, S. 481). In Marianne Baumgartners Dissertation zum Verein der Schriftstellerinnen und Künstlerinnen in Wien ist 1855 als Geburtsjahr und auch – im Gegensatz zu den beiden anderen genannten Publikationen – das Sterbejahr (1935) angeführt (vgl. Baumgartner: Der Verein der Schriftstellerinnen und Künstlerinnen, 366)
- ↑ Der Damen-Salon, 5.1.1878, S. 3
- ↑ Pataky 1898, 207
- ↑ Die Zeitschrift wurde von der deutschen Feministin Helene Lange herausgegeben. Feils Beitrag sh.: Marcel Prévost über weibliche Geschworene. Aus dem Figaro übersetzt von Laura Feil. In: Die Frau. Monatsschrift für das gesamte Frauenleben unserer Zeit 10 (1902/03), S. 369–371
- ↑ cf. Wolf 2012, 235
- ↑ cf. Pölzer 2007
- ↑ https://www.deutsche-biographie.de/gnd135964962.html#ndbcontent
Bibliografie
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- Bachleitner, Norbert (Hg.): Quellen zur Rezeption des englischen und französischen Romans in Deutschland und Österreich im 19. Jahrhundert. Tübingen: Niemeyer 1990.
- Bachleitner, Norbert: „Wurstartig gedrehte Teufelchen“. Bemerkungen zur ersten deutschen Übersetzung von Flauberts ,Madame Bovary‘. In: S. Loewe, A. Martino, A. Noe unter Mitarbeit von M. Pauer (Hg.): Literatur ohne Grenzen. Festschrift für Erika Kanduth. Frankfurt/M., Berlin, Bern, New York, Paris, Wien: Lang 1993, S. 1–19.
- Bachleitner, Norbert: Kleine Geschichte des deutschen Feuilletonromans. Tübingen: Narr 1999.
- Bachleitner, Norbert, Eybl, Franz M., Fischer, Ernst (Hg.): Geschichte des Buchhandels in Österreich. Wiesbaden: Harrassowitz 2000a.
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- Bachleitner, Norbert: Buchproduktion, Außenhandel und Übersetzung in der Habsburgermonarchie im 19. Jahrhundert. Eine statistische Annäherung. In: Mitteilungen der Gesellschaft für Buchforschung in Österreich 2002, Nr. 2, S. 2–12.
- Bachleitner, Norbert: Heinrich Börnstein als Übersetzer und Vermittler französischer Lustspiele. In: Bernd Kortländer und Hans T. Siepe (Hg.): Übersetzen im Vormärz. Bielefeld: Aisthesis 2008, S. 27–45.
- Börnstein, Heinrich: Fünfundsiebzig Jahre in der Alten und Neuen Welt. Memoiren eines Unbedeutenden. 2 Bde. Leipzig: O. Wigand 1881.
- Büchting, Adolph: Catalog der in den Jahren 1850–1864 in deutscher Sprache erschienenen belletristischen Gesammt- und Sammelwerke, Romane, Novellen, Erzählungen, Taschenbücher und Theaterstücke in Original und Übersetzung. Ein Handbuch für Buchhändler, Leihbibliothekare und Literaturfreunde. Zweiter Theil: Die Jahre 1860–1864 enthaltend. Nordhausen: Verlag von Adolph Büchting 1865.
- Charle, Christophe: Circulations théâtrales entre Paris, Vienne, Berlin, Munich et Stuttgart (1815–1860). In: Norbert Bachleitner und Murray G. Hall (Hg.): „Die Bienen fremder Literaturen“. Der literarische Transfer zwischen Großbritannien, Frankreich und dem deutschsprachigen Raum im Zeitalter der Weltliteratur (1770–1850). Wiesbaden: Harrassowitz 2012, S. 229–260.
- Flaubert, Gustave: Œuvres I. Édition établie et annotée par A. Thibaudet et R. Dumesnil. Paris: Gallimard 1951.
- Flaubert, Gustave: Madame Bovary, oder: Eine Französin in der Provinz. Deutsch von Dr. Legné. 3 Teile. Pest, Wien, Leipzig: Hartleben 1858.
- Fromm, Hans: Bibliographie deutscher Übersetzungen aus dem Französischen aus dem Französischen 1700–1948. 6 Bde. Baden-Baden: Verlag für Kunst und Wissenschaft 1950–53.
- Korotin, Ilse (Hg.): BiografiA. Lexikon österreichischer Frauen. Band 1 A–H. Wien/Köln/Weimar: Böhlau 2016, S. 787 („Laura Feibelsohn“).
- Österreichisches Biographisches Lexikon, online: https://apis.acdh.oeaw.ac.at/
- Schutz dem österreichischen Verlage! In: Österreichische Buchhändler-Correspondenz, 19.2.1887, S. 94f. und 121.
- Verne, Jules: Cinq semaines en ballon. Voyage de découvertes en Afrique. Par trois Anglais. Rédigé d’après les notes du docteur Fergusson. 13e édition. Paris: Hetzel 1868.
- Verne, Jules: Fünf Wochen im Ballon. Wien, Pest, Leipzig: Hartleben 1876 [zuerst 1875].
- Wandruszka, Adam: Geschichte einer Zeitung. Das Schicksal der Presse und Neuen Freien Presse von 1848 bis zur Zweiten Republik. Wien: Neue Wiener Presse 1958.
- Wolf, Michaela: Die vielsprachige Seele Kakaniens. Übersetzen und Dolmetschen in der Habsburgermonarchie 1848 bis 1918. Wien, Köln, Weimar: Böhlau 2012.
- Wretschko, Alfred von (Hg.): Das Gesetz vom 26. December 1895, R. G. Bl. Nr. 197, betreffend das Urheberrecht an Werken der Literatur, Kunst und Photographie. Wien: Manz 1896.
- Wurzbach, Constant, Ritter von Tannenberg: Biographisches Lexikon des Kaisertums Österreich, 1856–1891, https://austria-forum.org/web-books/kategorie/lexika/wurzbach-lexikon.
Autoren
Norbert Bachleitner, Louise-Marie Jandl, Wolfgang Pöckl, Karl Zieger
Onlinestellung: 06/05/2026
